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Kabelverlegungen
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Elektrische Leitungsanlagen
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Es können Halteklammern und Trennwände dazu
gehören. Elektroinstallationskanäle sind Instal-
lationskanäle ausschließlich für Kabel und elek-
trische Leitungen.
Installationskanäle geprüft nach DIN 4102-11
sind
nicht begehbare, vorwiegend waagerechte Bauteile
zur Umhüllung von Elektroinstallationen, die durch
mehrere Räume hindurchgehen können. Sie wer-
den gemäß DIN 4102-11 geprüft und in Feuerwi-
derstandsklassen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt
durch Angabe der Feuerwiderstandsdauer in Minu-
ten (I 30, I 60, I 90 oder I 120).
4.4 Installationsschächte
Installationsschächte sind bauliche Anlagen zur
Aufnahme von Leitungsanlagen, Rohrleitungen
und anderen Installationen. Sie verlaufen in der
Regel senkrecht durch mehrere Geschosse.
Hinweis:
Installationsschächte im Sinne von DIN 4102-11
sind vom übrigen Baukörper getrennte oder auf
den Geschoßdecken aufgesetzte Bauteile. Sie wer-
den unterschieden nach:
J
solchen nur für nichtbrennbare Installationen,
J
solchen für beliebige Installationen sowie
J
Elektroinstallationsschächten.
Installationsschächte werden gemäß DIN 4102-11
geprüft und in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt.
Die Einteilung erfolgt durch Angabe der Feuerwi-
derstandsdauer in Minuten (I 30, I 60, I 90 oder I 120).
4.5 Leitungsanlagen
Leitungsanlagen bestehen aus Kabeln, elektri-
schen Leitungen, Stromschienen, Schienenver-
teiler, dem zugehörigen Installationsmaterial wie
Klemmen, Elektroinstallationsdosen, -kästen,
-rohren sowie -kanälen, Tragekonstruktionen
(z. B. Kabelpritschen) und dem erforderlichen
Befestigungs material. Zu diesen Anlagen gehören
auch Hausanschlusseinrichtungen, Verteilungen
sowie deren dazugehörigen Mess-, Steuer- und
Regeleinrichtungen. Bauliche Bestandteile von
Leitungsanlagen sind Kabelabschottungen, Instal-
lationskanäle und -schächte, Kabelgeschosse und
-böden sowie Kabelbeschichtungen.
4.6 Kabelböden (Doppelböden)
Kabelböden sind Konstruktionen, bei denen auf
Unterkonstruktionen – überwiegend metallenen
Ständern – Bodenplatten aufgelegt sind. Der da-
durch entstehende Hohlraum dient im Allgemei-
nen zur Aufnahme von Leitungsanlagen.
Hinweis:
Anforderungen an Doppelböden sind in der Mu-
ster-Systembödenrichtlinie (MSysBöR) erfasst.
In dieser werden Doppelböden auch als System-
böden bezeichnet.
4.7 Kabelgeschosse
Kabelgeschosse sind begehbare bauliche Anlagen,
in denen Leitungsanlagen aus darüber- oder dar-
unterliegenden elektrischen Anlagen, z. B. Leit-
warten, Schaltanlagen und Antriebsmaschinen,
verlaufen.
4.8 Kabelkanäle
Kabelkanäle sind bauliche Anlagen zur Aufnahme
von Leitungsanlagen, die in der Regel waagerecht
oder unterhalb von Räumen im Bodenbereich oder
im Freien im Erdboden verlaufen.
4.9 Kabelabschottungen
Kabelabschottungen verschließen die für die
Durchführung von Leitungsanlagen erforderlichen
Öffnungen durch Decken sowie Wände und verhin-
dern im Brandfall die Ausbreitung von Feuer so-
wie Rauch in angrenzende Bereiche. Die Abschot-
tungen werden entsprechend der Prüfung nach
DIN 4102-9 in Feuerwiderstandsklassen von S 30
bis S 180 klassifiziert und müssen vom Deutschen
Institut für Bautechnik (DIBt), Berlin, allgemein
bauaufsichtlich zugelassen sein.
4.10 Kabelschächte
Kabelschächte sind bauliche Anlagen, die dazu
dienen, Leitungsanlagen aufzunehmen, die in der
Regel senkrecht und durch mehrere Geschosse
verlaufen.
 
Elektrische Leitungsanlagen
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4.11 Must
errichtlinie über brandschutztech-
nische Anforderungen an Leitungsanlagen
(MLAR)
Die MLAR ist das Muster einer Leitungsanlagen-
richtlinie. Sie wird von der „Konferenz der für
Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen
Minister und Senatoren der Länder (ARGEBAU)“
erarbeitet und herausgegeben und in der Regel
von den Baubehörden der Bundesländer komplett
oder mit geringen Änderungen übernommen. In-
halt dieser Richtlinie sind die Anforderungen an
J
die Leitungsverlegung in Flucht- und
Rettungs wegen einschließlich der
Errichtungs anforderungen für Verteiler
in diesen Bereichen,
J
die Führung von Leitungen durch Wände
und Decken, an die brandschutztechnische
Anforderungen gestellt sind,
J
den Funktionserhalt von elektrischen
Leitungs anlagen im Brandfall.
Über die brandschutztechnischen Qualitäten von
üblichen Kabel- und Leitungstypen gibt Anhang B
Auskunft.
5
Planung und Errichtung
5.1
Gesetzliche Bestimmungen, Normen,
Richtlinien und Sicherheitsvorschriften
Bei der Planung sowie Errichtung von Leitungs-
anlagen sind außer diesen und den folgend ge-
nannten Richtlinien die brandschutztechnischen
Rechtsvorschriften, die behördlichen Auflagen und
die DIN VDE-Bestimmungen zu beachten.
Dies sind im Wesentlichen die
J
Landesbauordnungen, Sonderbauverordnungen
und ggf. spezielle Richtlinien, z. B. die im jewei-
ligen Bundesland geltende Leitungsanlagen-
richtlinie,
J
Normenreihe DIN VDE 0100, Errichten von Nie-
derspannungsanlagen,
J
DIN EN 61936-1 VDE 0101-1, Starkstromanlagen
mit Nennwechselspannungen über 1 kV,
J
Normenreihe DIN VDE 0105, Betrieb von elektri-
schen Anlagen,
J
VdS 2046, Sicherheitsvorschriften für elektrische
Anlagen bis 1000 Volt,
J
VdS 2349-1, Auswahl von Schutzeinrichtungen
für den Brandschutz in elektrischen Anlagen,
J
VdS 2349-2, EMV-gerechte Errichtung von Nie-
derspannungsanlagen,
J
VdS 2023, Elektrische Anlagen in baulichen An-
lagen mit vorwiegend brennbaren Baustoffen,
J
VdS 2033, Elektrische Anlagen in feuergefähr-
deten Betriebsstätten und diesen gleichzustel-
lende Risiken.
5.2 Grundsätzliche Anforderungen
5.2.1
Grundsätzliche Anforderungen an Lei-
tungsanlagen werden in VDE-Normen beschrie-
ben. Beispiele und weitere Erläuterungen sind in
Anhang A zu finden. Hervorzuheben sind die Be-
rücksichtigung
J
von notwendigen Biegeradien in Abhängig-
keit von Leitungsart und -querschnitt nach
DIN VDE 0100-520:2013-06, Abschnitt 521.10.2
und 521.10.3,
J
von Befestigungsabständen in Abhängig-
keit von Leitungsart und -querschnitt nach
DIN VDE 0100-520:2013-06, Abschnitt 521.10.2
und 521.10.3,
J
der Strombelastbarkeit in Abhängigkeit von
Verlegeart, Leitungsart und -querschnitt
(unter Berücksichtigung eines Gleichzei-
tigkeitsfaktors) sowie Häufung und Umge-
bungstemperatur nach DIN VDE 0298-4 und
DIN VDE 0100-430,
Hinweis: Bei Eigenerzeugungsanlagen, z. B. PV-
Anlagen, Biogasanlagen, ist der Gleichzeitigkeits-
faktor in der Regel mit 1,0 anzunehmen.
J
der maximalen Leitungslänge in Abhängigkeit
des Spannungsfalls nach DIN VDE 0100-520
und DIN 18015-1,
J
des Schutzes bei Überstrom
(DIN VDE 0100-430)
J
des Schutzes gegen elektrischen Schlag
(DIN VDE 0100-410).
5.2.2
Leitungsanlagen sind so anzuordnen,
zu schützen und die Leiterquerschnitte so zu be-
messen, dass sie weder bei vorschriftsgemäßem
Betrieb noch im Fehlerfall mechanisch und/oder
thermisch beschädigt werden.
5.2.3
Die gemäß Normenreihe DIN VDE 0298
oder Herstellerangabe dauernd zulässige Betriebs-
temperatur für Kabel und elektrische Leitungen
darf im Normalbetrieb nicht überschritten werden;
unter Umständen ist es erforderlich, zusätzliche
Maßnahmen für eine Wärmeableitung zu treffen,
z. B. Verlegung auf Abstand, Klima- oder Lüftungs-
anlage.
5.2.4
Leitungsanlagen müssen gegen Umge-
bungs- und Betriebseinflüsse wie hohe Tempera-
 
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turen, Ablagerungen (z. B. Staub, Sägespäne und
Schmierstoffe), Funken, Schweißperlen z. B. durch
ausreichenden Abstand oder Abdeckungen ge-
schützt werden.
5.2.5
Leitungsanlagen sollen aus brandschutz-
technischen Gründen so geplant und errichtet
werden, dass ein dauerhafter Kontakt mit leicht
entzündlichen Stoffen vermieden wird. Bezüglich
der Begriffsbestimmung „leicht entzündlicher
Stoffe“ siehe Publikation VdS 2033.
5.2.6
Ist kein Schutz gegen Überstrom nach
DIN VDE 0100-430 vorhanden, sind Kabel und Lei-
tungen gemäß VdS 2033 kurz- und erdschluss-
sicher zu verlegen.
5.2.7
In Installationskanälen und -schächten so-
wie sonstigen Hohlräumen, die nicht ausschließ-
lich zur Aufnahme von Leitungsanlagen bestimmt
sind, muss deren Verlegung so erfolgen, dass be-
nachbarte Anlagenteile wie Wasser- und Dampflei-
tungen keine schädigenden Einflüsse ausüben
können.
In Kanälen und Schächten mit brennbaren Rohrlei-
tungen, z. B. Druckluft in PE-Rohren, oder Rohrlei-
tungen mit brennbaren Medien, z. B. Ölleitungen,
dürfen Kabel und Leitungen nicht verlegt werden.
5.2.8
Kabel und Leitungen sollten nicht an Tei-
len anderer Gewerke, z. B. Rohrleitungen, befe-
stigt werden, damit durch thermische oder mecha-
nische Einwirkungen von diesen Teilen oder durch
Arbeiten an diesen Teilen, z. B. Austausch bzw. Re-
paratur, die Leitungsanlage nicht gefährdet wird.
5.2.9
Kabel und Leitungen sind möglichst von
unten in Schalt- und Steuerschränke einzuführen,
um das Eindringen von Wasser oder Schmutz zu
vermeiden.
5.2.10
Um die elektromagnetische Verträglichkeit
(EMV) zu gewährleisten, sind die Hinweise in der
Publikation „EMV-gerechte Errichtung von Nieder-
spannungsanlagen“ (VdS 2349-2) zu beachten.
5.2.11
In Bereichen, in denen Beschädigungen
durch den Betriebsablauf oder durch Tiere zu er-
warten sind, sind geeignete Maßnahmen erforder-
lich wie
J
die Auswahl der Kabel- und Leitungsanlage
mit erhöhten mechanischen Eigenschaften,
z. B. NYCWY,
J
die Auswahl eines geeigneten Errichtungsortes
oder einer geeigneten Verlegeart, z. B. Unter-
putzverlegung,
J
zusätzlicher mechanischer Schutz, z. B. Kanä-
le oder Rohre, insbesondere in Fahrbereichen
von Flurförderfahrzeugen bis zu einer Höhe
von mindestens 2,50 m.
5.2.12
Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen
wie z. B. Kabelabschottungen, Feuerschutzab-
schlüsse, Kabel- und Leitungskanäle sind bereits
während der Errichtung der Leitungsanlagen für
fertiggestellte Teilbereiche vorzunehmen.
5.2.13
Informationen zum Schutz von Kabeln
und Leitungen gegen Isolationsfehler oder zum
Schutz bei Isolationsfehlern enthalten VdS 2033
und VdS
2349-1. Ein Isolationsfehlerschutz sollte
in allen Bereichen angewendet werden, wo äußere
Einflüsse, die zu Beschädigungen von Leitungsan-
lagen führen können, wahrscheinlich sind.
5.2.14
Da die Gefahr besteht, dass durch eine
punktuelle Belastung die Isolation von Kabeln und
Leitungen beschädigt wird, sind Kabelbinder für
deren vertikale Befestigung nicht geeignet. Dies
trifft auch auf horizontale Verlegungen zu, wenn
das Eigengewicht der Kabel und Leitungen durch
Kabelbinder gehalten wird.
5.2.15
Verlegung in Dachbereichen
Werden Kabel und Leitungen unbefestigt auf Dach-
flächen verlegt, besteht durch Witterungseinflüsse
die Gefahr einer mechanischen Beschädigung der
Isolation sowie der Dachfläche. Die unbefestigte
Verlegung von Kabeln und Leitungen auf Dachflä-
chen ist daher unzulässig. Alternativ können z. B.
auf Flachdächern aufgeständerte Kabelkanäle
verwendet werden. Ein ausreichender Abstand zur
wasserführenden Dachschicht ist einzuhalten.
5.2.16
Verlegung oberhalb der Zwischendecke
Werden Kabel und Leitungen oberhalb der Zwi-
schendecke verlegt, sind sie so zu befestigen, dass
die Zwischendecke nicht mit deren Gewicht belas-
tet wird. Ist die Zwischendecke einer Feuerwider-
standklasse zugeordnet, z. B. F 30, müssen die
Befestigungselemente der Kabel und Leitungen
einen Funktionserhalt über die Zeit entsprechend
der Feuerwiderstandklasse aufweisen.
5.3
Leitungsdurchführungen durch Wände
und Decken
5.3.1
Leitungsdurchführungen durch Wände
und Decken ohne brandschutztechnische Anfor-
derungen sind mit nichtbrennbaren Materialien zu
verschließen.
 
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5.3.2
Leitungsdurchführungen durch Wände
und Decken mit Anforderungen an die Feuerwider-
standsklasse (z. B. feuerhemmend F 30, hochfeu-
erhemmend F 60 oder feuerbeständig F 90).
5.3.2.1
Wände und Decken sind so zu verschlie-
ßen, dass die Feuerwiderstandsdauer der durch-
brochenen Bauteile nicht gemindert wird.
5.3.2.2
Werden einzelne Kabel oder Leitungen
durch Wände oder Decken geführt, so sind die
Durchführungsöffnungen mit Baustoffen aus Mi-
neralfasern oder mit einer im Brandfall aufschäu-
menden Brandschutzmasse vollständig zu ver-
schließen.
Werden andere Stoffe verwendet, so müssen diese
eine Schmelztemperatur von mindestens 1.000 °C
aufweisen.
5.3.2.3
Werden Leitungsanlagen durch Wände
oder Decken geführt, an die brandschutztech-
nische Anforderungen gestellt werden, sind allge-
mein bauaufsichtlich zugelassene Kabelabschot-
tungen erforderlich.
5.3.2.4
Durchführungen durch Brandwände sind
mit Kabelabschottungen mindestens der Feuer-
widerstandsklasse S 90 gemäß DIN 4102-9 zu ver-
schließen. An Durchführungen in Komplextrenn-
wänden werden höhere Anforderungen gestellt
(siehe VdS 2234). Ob an Wände und Decken brand-
schutztechnische Anforderungen gestellt werden,
ist bei dem für das Bauobjekt Verantwortlichen,
z. B. dem Architekten oder dem leitenden Bauin-
genieur, zu erfragen.
5.3.2.5
Die Kabelabschottungen sind nach den
Bestimmungen der allgemein bauaufsichtlichen
Zulassung sowie den Herstellerangaben auszu-
führen.
5.3.2.6
Die Zulassung des Kabelschotts muss in
Kopie auf der Baustelle vorhanden sein.
5.3.2.7
Kabelschotts dürfen maximal bis 60 %
belegt werden. Ist eine höhere Belegung möglich,
muss dies durch die allgemeine bauaufsichtliche
Zulassung (ABZ) des Kabelschotts belegt sein.
5.3.2.8
Jede zugelassene Abschottung muss dau-
erhaft mit einem Schild gekennzeichnet sein. Fol-
gende Angaben müssen auf dem Schild enthalten
sein:
J
Bezeichnung der Abschottung
J
Feuerwiderstandsklasse
J
DIBt Zulassungsnummer
J
Name desjenigen, der die Abschottung
errichtet hat
J
Herstellungsjahr der Abschottung
5.3.2.9
Der Errichter muss mit einer sogenann-
ten Übereinstimmungserklärung bestätigen und
dokumentieren, dass er die Abschottung zulas-
sungsgerecht eingebaut hat.
5.3.2.10
Leitungsanlagen in Kanälen oder Schäch-
ten dürfen durch Wände und Decken, an die brand-
schutztechnische Anforderungen gestellt werden,
ohne Abschottungsmaßnahmen nur hindurchge-
führt werden, sofern diese mindestens die Feuer-
widerstandsklasse des durchdrungenen Bauteils
aufweisen. Die Kanäle und Schächte sind z. B.
nach DIN 4102-11, auszuwählen.
5.3.2.11
Kabelabschottungen sind so auszuwäh-
len, dass Erweiterungen (Nachverlegungen) ohne
Beschädigung der bereits verlegten Kabel und Lei-
tungen möglich sind.
5.3.2.12
Werden bei Kabelabschottungen nach-
träglich Änderungen der Leitungsbelegung vorge-
nommen, sind die dabei entstehenden Öffnungen
so zu verschließen, dass der bestimmungsgemäße
Zustand der Abschottung wiederhergestellt wird.
5.3.2.13
Leitungsanlagen und Rohrleitungen dür-
fen nur in allgemein bauaufsichtlich zugelassenen
Kombischotts gemeinsam verlegt werden.
5.3.2.14
Werden mehrere Kabelabschottungen
nebeneinander installiert, sind Mindestabstän-
de nach der allgemeinen bauaufsichtlichen Zu-
lassung (ABZ) einzuhalten. Bei Sandtassen muss
der Abstand zwischen Abschottungen durch einen
Pfeiler aus mindestens 24 cm dickem Mauerwerk
oder mindestens 14 cm dickem Beton sicherge-
stellt werden.
5.3.2.15
Für Kabelkanäle und Installationskanäle,
die unterhalb von Brandwänden und Komplex-
trennwänden, z. B. in der Bodenplatte, durchge-
führt werden, sind Abschottungen mindestens der
Feuerwiderstandsklasse der darüberliegenden
Wand vorzusehen.
5.3.2.16
Um während der Bauzeit die Gefahr einer
Brandausbreitung in andere Gebäudeabschnitte,
Brandabschnitte oder Geschosse zu verhindern,
sind die Wand- und Deckendurchbrüche mit dafür
allgemein bauaufsichtlich zugelassenen Kabel-
abschottungssystemen zu verschließen, z. B. mit
Brandschutzkissen.
 
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5.3.2.17
Werden Kabel und Leitungen durch Kabel-
abschottungen hindurchgeführt, sind diese bzw.
deren Trage
syst
eme, z. B. Kabelwannen, vor und
hinter dem Schott ausreichend zu befestigen, da-
mit das Schott bei einem Brand nicht durch ther-
mische Bewegungen der Leitungsanlage vorzeitig
beschädigt wird. Es wird empfohlen, für diese Ka-
bel und Leitungen Verlegesysteme zu verwenden,
die eine bauaufsichtliche Zulassung im Zusam-
menhang mit Kabeln und Leitungen mit integrier-
tem Funktionserhalt besitzen.
Kabelträgersysteme, z. B. Kabelwannen, dürfen
nur durch Kabelabschottungen geführt werden,
wenn dieser Einsatz durch die allgemeine bauauf-
sichtliche Zulassung (ABZ) abgedeckt ist. Ist eine
durchgehende Verbindung der Trassen z. B. im
Zusammenhang mit Maßnahmen für die elektro-
magnetische Verträglichkeit erforderlich, so sollte
dies auf andere Weise erfolgen, z. B. mit entspre-
chenden Massebändern.
5.4
Kanäle, Schächte, Kabelgeschosse und
-böden
5.4.1
Die Bemessung ist so vorzunehmen, dass
kein Wärmestau entsteht. Gegebenenfalls ist für
Be- und Entlüftung zu sorgen. Es ist ein ausrei-
chender Raum für spätere Erweiterungen einzu-
planen.
5.4.2
Sie sind so auszuwählen und zu errich-
ten, dass keine Fremdstoffe, z. B. Staub, Funken,
Schweißperlen, eindringen können.
5.4.3
Es wird der Einbau einer Brandmeldean-
lage empfohlen, siehe Publikation „Automatische
Brandmeldeanlagen” (VdS 2095). Bei ausge-
dehnten Anlagen, z. B. begehbaren Kabelkanälen
oder Kabelgeschossen, sollten ortsfeste Löschan-
lagen installiert werden. Bei Anlagen mit räumlich
begrenzter Ausdehnung (< 200 m²) sollten groß-
volumige fahrbare Feuerlöschgeräte vorgehalten
werden oder Einrichtungen für tragbare Lösch-
geräte, z. B. Feuerlöscher, vorgesehen werden.
Gefahrenhinweise und Einsatzbeschränkungen
zum Einsatz von Feuerlöschgeräten sind der Norm
„Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung
im Bereich elektrischer Anlagen“ (DIN VDE 0132)
zu entnehmen.
5.4.4
Es sind Brandabschnitte nach Landesbau-
ordnung (LBO) durch Brandwände gemäß Publika-
tion VdS 2234 zu bilden. Nach Musterbauordnung
(MBO) § 30 darf die Brandabschnittslänge 40 m
nicht überschreiten.
5.4.5
Ist eine automatische Feuerlöschanlage
vorgesehen, können größere Brandabschnitte von
maximal 100 m Länge entsprechend der Publikati-
on „VdS CEA-Richtlinien für Sprinkleranlagen, Pla-
nung und Einbau” (VdS CEA 4001) gebildet werden.
5.4.6
Begehbare Kabelkanäle und -geschosse
sind als eigene Brandabschnitte auszubilden, sie-
he Publikation „Brand- und Komplextrennwände”
(VdS 2234).
5.4.7
Ausgedehnte begehbare Kabel- und In-
stallationskanäle sind im Bereich von Kreuzungen
und Abzweigungen mindestens feuerhemmend
(F
30 gemäß DIN 4102) abzutrennen.
5.4.8
In begehbaren Kabel- und Installationska-
nälen sind an den Ein- und Ausgängen selbsttätig
schließende und feuerbeständige Feuerschutzab-
schlüsse (T 90 gemäß DIN 4102) vorzusehen.
5.4.9
In Kabel- und Installationskanälen sind,
um die Brandbekämpfung sicherzustellen, ausrei-
chende Zugangsmöglichkeiten einzurichten, z. B.
leicht entfernbare Abdeckungen.
In begehbaren Kabel- und Installationsschächten
sind Rauchabzugsmöglichkeiten vorzusehen.
5.5
Anlagen für Sicherheitszwecke
Leitungsanlagen müssen so geplant und errich-
tet werden, dass die notwendigen Sicherheitsein-
richtungen, z. B. Ersatzstromversorgungen, Feuer -
wehraufzüge, Löschwasserpumpen und Brand-
meldeanlagen, im Falle eines Brandes nicht
vorzeitig ausfallen. Es sind die relevanten Nor-
men und Richtlinien zu beachten, insbeson-
dere
DIN VDE 0100-560,
DIN VDE 0100-710,
DIN VDE 0100-718, VdS CEA 4001, VdS 2095 und
VdS CEA 4020 sowie die Leitungsanlagenrichtlinie
(LAR) der zuständigen Baubehörde.
5.6
Leitungsanlagen in besonderen Bereichen
5.6.1
Im Bereich des Sonderbaurechts, z. B. nach
Versammlungsstättenverordnung oder Hochhaus-
richtlinie sind besondere behördliche Vorschriften
bezüglich der Leitungsverlegung zu beachten. Für
Rettungswege ist die aktuell gültige Leitungsanla-
genrichtlinie des jeweiligen Bundeslandes, die in
der Regel der Muster-Richtlinie über brandschutz-
technische Anforderungen an Leitungsanlagen
(MLAR) entspricht, zu berücksichtigen.

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